Gehaltsdilemma: Frauen warten, Arbeitgeber zögern
Aktuelle Gehaltsumfrage zum Equal Pay Day zeigt: Frauen warten auf Arbeitgeberinitiative statt selbst offensiv Gehaltsverhandlungen anzustoßen
Essen, Februar 2026. Am 27. Februar ist der Equal Pay Day. Er markiert die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Doch ungeachtet dieser langen Zeitspanne lassen viele Frauen das Thema Gehalt weiterhin liegen. So lautet jedenfalls das Ergebnis einer aktuellen Gehaltsumfrage, für die das Marktforschungsunternehmen bilendi im Auftrag der Jobbörse jobtensor.com bundesweit 1.056 Beschäftigte befragte. Trotz der vielfach nachgewiesenen Gehaltsungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern planen gerade einmal 22 % der weiblichen Beschäftigten in Deutschland, ihren Arbeitgeber in diesem Jahr um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Von den Männern haben das dagegen 27 % vor. Höher ist gemäß der Umfrage indes der Anteil der Beschäftigten, die davon ausgehen, dass ihr Unternehmen bis Jahresende selbst auf die Idee kommt, ihre Bezüge anzuheben. Das nämlich erwarten mehr als die Hälfte aller Beschäftigten (51 %). Allerdings ist auch hier der Anteil der Frauen deutlich geringer als der der Männer. Denn 42 % der Arbeitnehmerinnen glauben an eine proaktive Gehaltsanpassung noch in diesem Jahr durch ihren Arbeitgeber, während satte 59 % der Männer dies erwarten.
„Unsere Zahlen zeigen: Viele Frauen agieren beim Thema Gehalt zurückhaltender, obwohl sie objektiv gute Argumente auf ihrer Seite haben. Arbeitgeber sollten ungeachtet der aktuellen wirtschaftlichen Lage darauf reagieren und ihrerseits daran arbeiten, die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen abzubauen. Denn nur transparente und fair zahlende Arbeitgeber werden in Boom-Zeiten von qualifizierten Fachkräften als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen“, so Thomas Hense, Geschäftsführer von jobtensor zu den Ergebnissen.
Zwei Drittel finden Arbeitgeber attraktiver, die ihre Gehälter offenlegen
Insgesamt sind etwas weniger als ein Drittel der Belegschaften (32 %) überzeugt, dass auch in ihrem Unternehmen Männer grundsätzlich mehr verdienen als ihre weiblichen Kolleginnen. Gleichzeitig glaubt genau die Hälfte das nicht und geht eher von einer gerechten Lohnverteilung zwischen den Geschlechtern aus. Auch hier registrieren die Arbeitsmarktforscher einen Unterschied im Meinungsbild der Geschlechter. Denn während 38 % der Frauen davon ausgehen, dass es bei ihrem aktuellen Arbeitgeber keine Gehaltsgerechtigkeit gibt, glauben das gerade mal 23 % der männlichen Mitarbeiter.
Am liebsten wäre es der Mehrheit der Mitarbeitenden schließlich, wenn Arbeitgeber ihre Gehaltsdaten transparent offenlegen. Damit liefern die Beschäftigten ihren Arbeitgebern eine klare Handlungsanleitung. Unternehmen, die das tun, sind aus Sicht von insgesamt fast zwei Drittel (65 %) aller Beschäftigten attraktiver als solche, die das nicht tun. Der Anteil der Frauen, die das begrüßen würden, liegt mit 70 % sogar überdurchschnittlich hoch.
Über die Umfrage
Für die Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen bilendi im Auftrag von jobtensor.com 1.056 Beschäftigte bundesweit zu deren Umgang mit ihrem Gehalt in diesem Jahr. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden betrug zum Zeitpunkt der Befragung 45,3 Jahre. Es wurden je zur Hälfte Frauen und Männer befragt. Der Befragungszeitraum lag im Januar 2026.
Über Jobtensor
jobtensor.com ist eine sich schnell entwickelnde Online-Jobbörse, die monatlich 120.000 Nutzende anzieht. Der inhaltliche Fokus der Seite liegt auf MINT-Berufen, einer der am meisten gefragten Talentmärkte im deutschsprachigen Raum. Der Jobtensor Kern sind KI-gestützte Stellenanzeigen mit hoher Relevanz und organischem Suchmaschinen Traffic gepaart mit einer modernen und dynamischen Darstellung des Jobboards. Der Unternehmensstandort ist Essen.
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